Grundlagen
An dieser Stelle möchte ich von meinen Erfahrungen beim Bau eines Spielfelds für das Spiel Go berichten.Bei Go handelt es sich um ein altes asiatisches Brettspiel mit relativ leicht zu erlernenden Regeln, aber einer hohen Komplexität – zu vergleichen mit Schach. Genauere Informationen zum Spiel, Tutorials, etc. findet man zum Beispiel auf den Seiten des Deutschen Go Bundes oder bei Wikipedia . Der Wikipedia-Artikel zu Go ist sehr zu empfehlen.
Ein einfaches Go-Brett besteht nur aus einer Holzplatte mit einem darauf gezeichneten Linienraster. Ein großes Go-Spielfeld besitzt 19 × 19 Linien, für Anfänger sind aber eher kleinere Bretter, zunächst mit 9 × 9, später dann mit 13 × 13 Linien geeignet.
Fortgeschrittene und der japanischen Tradition verpflichtete Spieler haben sehr hohe Anforderungen an ein gutes Go-Brett. Es muss aus einem bestimmten Holz bestehen, eine genau festgelegte Größe und Höhe haben und die Linien müssen exakt die richtigen Abstände einhalten. Wer jedoch nur gelegentlich spielen möchte bzw. noch Anfänger ist und zunächst ein kleines Brett zum Üben benötigt, für den sollte auch die im Folgenden beschriebene einfachere Konstruktion genügen.
Planung
Als Material für das Brett habe ich eine MDF-Platte entsprechender Größe verwendet. MDF-Platten bekommt man in fast jedem Baumarkt, wo man sie sich auch gleich auf die gewünschte Größe zurechtsägen lassen kann. Ich habe eine Stärke von 16 mm gewählt, so dass das Brett solide wirkt und beim Spielen nicht so leicht verrutscht.
Nun muss man die Größe des Feldes festlegen, die natürlich von der Anzahl der Linien und deren Abstand abhängt. Bei der Suche im Internet habe ich auf mehreren Seiten Angaben für den Abstand der Linien von ca. 22 mm in der einen und 23,7 mm in der anderen Richtung gefunden, wie sie auch auf traditionellen japanischen Brettern verwendet werden. Die Asymmetrie des Brettes soll dazu dienen, die perspektivische Verzerrung auszugleichen, die auftritt, wenn sich zwei Spieler gegenüber sitzen und schräg auf das Brett schauen. Deshalb wird das Brett auch so angeordnet, dass die längere Seite von einem Spieler zum anderen zeigt. Natürlich kann man auch andere, zu den Spielsteinen passende Abstände wählen. Da die üblichen Spielsteine einen Durchmesser von etwas mehr als 20 mm haben, passen die vorgeschlagenen Abstände ganz gut. Damit ergeben sich für die Spielbretter folgende Größen:
| Anzahl Linien | Länge | Breite |
|---|---|---|
| 9 × 9 | 204mm | 217,6mm |
| 13 × 13 | 292mm | 312,4mm |
| 19 × 19 | 424mm | 454,6mm |
Zu den Linienabständen kommt an jeder Seite noch ein Rand; in der Tabelle oben habe ich einen Rand von 14 mm verwendet.
Der Bau
Die rohe Holzplatte habe ich nun zunächst mit Schleifpapier an den Kanten etwas abgerundet und die Oberfläche glattgeschliffen. Nun kann die Platte das erste Mal lackiert werden. Dazu habe ich einen wasserlöslichen Parkett-Lack verwendet, der eine schön widerstandsfähige und etwas matte Oberfläche ergibt. Alle Versuche, die Linien direkt auf das unbehandelte Holz zu zeichnen, führten bei mir dazu, dass die Linien auseinanderliefen und unansehnlich wurden. Nach dem Trocknen (am besten über Nacht trocknen lassen; wenn man nicht lange genug wartet, bleibt der Lack klebrig und rubbelt sich beim schleifen ab) wird der Lack glattgeschliffen, so dass die Linien aufgezeichnet werden können.
Aufzeichnen der Linien
Nun können die Linien gezeichnet werden. Dazu misst man am besten zunächst die genaue Position der Linien aus und markiert die Stellen mit Bleistift. Erst dann zeichnet man die Linien durch. Dazu habe ich bei einem Brett einen dünnen (ca. 0,6-0,8 mm breiten) Edding verwendet, bei einem anderen einen “Staedler lumocolor permanent S”, einen schwarzen Folienstift. Es ist darauf zu achten, dass der Stift nicht wasserlöslich ist, da er sonst beim zweiten Lackieren verschmiert. Am besten macht man zunächst einen Test auf einem kleinen Abfallstück Holz.
Ich habe bisher nicht versucht, einen nicht-wasserlöslichen, d.h. lösungsmittelhaltigen Lack zu verwenden, da ich annehme, dass das Lösungsmittel im Lack auch die Linien anlösen und sie verschmieren wird. Deshalb sollte das Brett auch erst dann ein weiteres Mal lackiert werden, wenn die Linien ganz sicher getrocknet sind. Durch den zweiten Anstrich wird verhindert, dass die Linien sich mit der Zeit abnutzen. Außerdem wird das Brett so wasserfest, dass es sich bei Bedarf auch mal nass abwischen läßt.
Noch ein Hinweis zu den großen Brettern mit 19 × 19 Linien: Verwendet man eine große Holzplatte, so ist das Brett später schlecht zu transportieren oder im Schrank zu verstauen. Ich habe mein Brett deshalb aus zwei Hälften gebaut, die man mit Holzdübeln zusammenstecken kann.
Wie man sieht (liest), ist es nicht besonders kompliziert, ein ansehnliches Go-Brett herzustellen. Eine Idee, wie man die Go-Steine herstellen könnte, habe ich aber leider noch nicht. Sie lassen sich aber auch in gut-sortierten Spielwarengeschäften erwerben oder bestellen, zum Beispiel beim Hebsacker-Verlag . (Nein, ich bekomme keine Provision für verkaufte Steine…)
Und nun viel Spaß beim Spielen!



Ich möchte ein Go-Brett aus Multiplex Buche anfertigen und dann mit Bleistift die Linien aufzeichnen. Danach mit Bootslack lackieren, 2 mal. Danach die Linien mit einem feinem Edding nachziehen. Gut trocknen lassen. Danach noch einmal mit Bootslack lackieren. Ist der Lack gut ausgehärtet, möchte ich auf den Kreuzpunkten der Quadrate 6mm Löcher Bohren. Als Spielsteine nehme ich dann helle und dunkele Makramee-Perlen, die ich mit einem 6 mm Dübelholz von 3 cm Länge versehe. Dann habe ich ein Go-Spiel als Steckspiel, welches ich immer wieder eventuell unterbrechen kann und die Steine können sich bei einer eventuellen Schräglage nicht verschieben.
Ich hoffe, dass es erlaubt ist, das Go-Spiel auch auf dieser Art zu spielen.
Ich habe bereits viele eigene Brett-Steckspiele gebaut und entwickelt.
In der Hoffnung mit einer Antwort rechnen zu dürfen, verbleibe ich und wünsche ein frohes Neues Jahr 2013.
Gérard Bekhuis
Hallo Gérard,
dein Plan hört sich meiner Meinung nach gut an. Mir ist es nämlich auch schon passiert, dass sich die Spielsteine verschieben, wenn man mal an das Brett anstößt.
Du fragst, ob es erlaubt sei, Go auch auf diese Art zu spielen. Meiner Meinung nach kommt es zunächst auf das Spielprinzip an – welches ich aufgrund seiner Komplexität einfach faszinierend finde – und auf den Spaß daran. Wie das Spiel aussieht, steht erst an zweiter Stelle. Ich habe die Konstruktion meiner Spielbretter nicht so genau beschrieben, um damit zu sagen, dass jede Abweichung von dieser Form schlecht wäre. Ich habe sie nur von anderen Brettern übernommen, da ich denke, das die klassische Form der Bretter, zumindest was die Abmessungen und Aufteilung angeht, sich nicht ohne Grund so entwickelt hat. Die nicht ganz quadratische Form soll z.B. dafür sorgen, dass die Spieler trotz des Blicks schräg von oben auf das Spielfeld alle Steine gut sehen können.
Möchtest Du ein 19 x 19er Spielfeld bauen? Evtl. würde ich dann dünnere Dübel verwende, 4mm müssten auch ausreichen, denn dann besteht das Spielfeld nicht nur aus Löchern und man sieht das schöne Holz etwas mehr.